Pressemitteilung „Gerechtigkeit für die Familie von Mouhamed Lamine Dramé: Für eine Zukunft für Sidy und Lassana Dramé in unserer Stadt!“

Dortmund, den 10. Februar 2026

Ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Politik, Zivilgesellschaft, Sport und Kultur veröffentlicht heute einen offenen Brief, um das Anliegen der Familie des im August 2022 getöteten jungen Geflüchteten Mouhamed Lamine Dramé zu unterstützen: Mouhameds Brüder Lassana Dramé (26 Jahre) und Sidy Dramé (39 Jahre) sollen sich mit einer gesicherten Bleibeperspektive in Dortmund eine Zukunft aufbauen können. Seit zwei Jahren halten sie sich bereits im Rahmen der juristischen Aufarbeitung der Tötung ihres Bruders in Deutschland auf. Derzeit warten sie auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs im Revisionsverfahren gegen die fünf Freisprüche. Aktuell verfügen sie jedoch über keinen Aufenthaltstitel mehr und leben somit in erheblicher Unsicherheit. Ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, ihre Leben in Dortmund fortzusetzen, wäre ein wichtiges Zeichen der Anerkennung gegenüber der Familie Dramé, die durch das Handeln staatlicher Behörden schweres Leid erfahren hat.

Sidy und Lassana Dramé befinden sich seit Anfang 2024 für den Prozess vor dem Dortmunder Landgericht in der Stadt und haben die einjährige Verhandlung gegen fünf der am Einsatz beteiligten Polizeibeamt*innen als Nebenkläger begleitet. Die Anwesenheit der Brüder des getöteten Mouhamed Lamine Dramé während des gesamten Verfahrens ist von zentraler Bedeutung, um die Anliegen der Familie angemessen vertreten zu können. Die Nebeklageanwältin der Familie, Lisa Grüter, macht deutlich: „Meine Mandanten sind zur Teilnahme an einer etwaigen Revisionshauptverhandlung berechtigt und haben dort Anwesenheits- und Erklärungsrechte. Im Falle eines Erfolgs der Revision ist zudem eine neue Hauptverhandlung durchzuführen. Ihre Anwesenheit in Deutschland, die jederzeitige Möglichkeit, persönlich Rücksprache zu halten, zu beraten und auch Teil der öffentlichen Debatte zu sein, sind unerlässlich, um der Familie eine eigenständige Stellung im Verfahren zu sichern.“

Seit ihrer Ankunft haben sich die beiden darüber hinaus Leben in Dortmund aufgebaut, engagieren sich zivilgesellschaftlich, bringen sich ehrenamtlich ein und haben über ihr Engagement auch berufliche Perspektiven entwickelt. Sie wirken an der Erinnerungsarbeit für ihren Bruder mit und sind auch in bundesweite Zusammenhänge zur Unterstützung von Betroffenen polizeilicher Einsätze eingebunden. Die Bezirksbürgermeisterin Dortmund Innenstadt-Nord, Hannah Rosenbaum (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), betont: „Sidy und Lassana Dramé sind unsere Nachbarn und gehören längst zu unserer Stadt. Sie übernehmen Verantwortung für Erinnerung, Aufklärung und für ein solidarisches Miteinander. Jetzt sind wir gefragt, Verantwortung zu übernehmen und alles dafür zu tun, ihnen eine sichere Zukunft in Dortmund zu ermöglichen.“

Die Unterstützer*innen fordern die Stadt ferner dazu auf, den Brüdern eine Arbeitserlaubnis zu erteilen, damit sie ihre Leben in Dortmund eigenständig bestreiten können.

Der Stadtdirektor und Kämmerer der Stadt Dortmund, Jörg Stüdemann (SPD), bekräftigt: „Sidy und Lassana Dramé müssen in dieser außergewöhnlichen Situation aus humanitären Gründen Verlängerungen der Aufenthaltstitel gewährt werden. Beide sollten zudem eine Arbeitserlaubnis erhalten, um für sich selbst sorgen und, wie sie es von Tag 1 an möchten, hier einer Arbeit nachgehen zu können.“

Neben Dortmunder Politiker*innen sind auch Landes- und Bundespolitiker*innen unter den Unterzeichnenden. Angeschlossen haben sich darüber hinaus lokale und überregionale Organisationen, Fußball-Fangruppen, Vertreter*innen von Kirchen und Gewerkschaften, Rechtsanwält*innen und Autor*innen.

Der offene Brief mit den bisherigen Unterzeichnenden ist auch zu finden unter:

https://docspace-xm76x0.onlyoffice.com/s/m7HnkcW32WKdzF4

Weitere Unterzeichnende können sich anschließen unter:

https://www.openpetition.de/petition/online/fur-eine-zukunft-fur-sidy-und-lassana-drame-in-dortmund

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